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Aktivierung der Dell Processor Acceleration Technology




Artikel-Zusammenfassung: Dieser Artikel beschreibt Anweisungen zur Implementierung von DPAT (Dell Processor Acceleration Technology) auf Dell PowerEdge-Servern


Inhaltsverzeichnis:

  1. Überblick
  2. Die "Processor Acceleration Technology"
  3. Aktivieren von DPAT im BIOS
  4. Aktivieren von DPAT via RACADM
  5. Aktivieren von DPAT via WSMAN
  6. Aktivieren von DPAT via DTK
  7. Zusätzliche Informationen

1. Überblick

Die Dell Prozessor Acceleration Technology (DPAT) ist eine leistungsfähige Lösung um den Prozessor-Betrieb auf der niedrigsten Grundfrequenz des Prozessors laufen zu lassen, während sie gleichzeitig einen konsistente Turbo-Frequenz-Zustand bietet. DPAT minimiert die Durchgangsdauer, wenn die Prozessorfunktionen im Turbo-Modus laufen, wodurch ein Jitter abnimmt und damit geringere Latenzzeiten erreicht werden. Diese Funktion wird nur bei Intel E5-2690 Prozessoren mit neuester BIOS und iDRAC-Firmware Version unterstützt.

2. Die "Processor Acceleration Technology"

Dell-Server können im Bios auf Maximum Performance eingestellt werden, aber diese Funktion soll für maximalen Durchsatz sorgen, ohne Latenz zu beachten . Intel ® Turbo Boost 2.0 wurde entwickelt, um die höchste Geschwindigkeit aus der jedem laufenden Kern in einer Multicore-Multiprozessor-Umgebung innerhalb der Leistungsbeschränkungen der CPU zu erreichen. Turbo Boost wird durch das Betriebssystem (OS) nach ACPI-Standards unter Benutzung von Prozessorleistungszuständen (C-States) aktiviert. Wenn das Betriebssystem einen aktiven Kern anweist in den C3-Schlafzustand zu schalten, werden die anderen Kerne dynamisch beschleunigen, um eine höhere Frequenz zu erreichen. Turbo Boost wird durch die Anzahl der Kerne, Stromverbrauch und Betriebstemperatur limitiert. Der von Intel entwickelte Power-Gate-Transistor sorgt für einen sehr geringen Stromverbrauch der ausgeschalteten Kerne, wodurch aktive Kerne mit einer höheren Frequenz arbeiten können. Der Prozessor reagiert in 100MHz-Schritten auf die Anweisungen von Turbo-Boost. Latenz entsteht beim Wechsel von Schrittfrequenz, C-States und anderen CPU-Funktionen.

Einige Umgebungen, wie z.B. derHochfrequenzhandel der Finanzmärkte, brauchen eine geringe Latenz bei ihren Transaktionen. Dell Prozessor Acceleration Technology (DPAT) bietet eine leistungsfähigere Lösung als das deaktivieren des Turbos, um den Betrieb auf die niedrigste Grundfrequenz des Prozessors zu zwingen. PAT begrenzt die Einstellungen für die Prozessoraktivität, um die Latenz permanent gering zu halten. Je weniger Kerne benutzt werden, desto höher die Taktfrequenz der aktiven Kerne. Dieses wurde für den Intel-Prozessor E5-2690 (der auf 2,9 GHz läuft) entwickelt, und somit können in der Regel 3,8 GHz mit einem Single-Core, 3,6 GHz mit einem Dual-Core oder 3,4 GHz mit 4-Kernen erreicht werden.

3. Aktivieren von DPAT im BIOS

Die folgenden Dell PowerEdge Systeme mit Intel E5-2690 Prozessoren unterstützen DPAT

System

Minimum BIOS Version

Minimum iDRAC Firmware Version

R720

1.4.8

1.30.30

R720xd

1.4.8

1.30.30

R620

1.4.8

1.30.30

Um DPAT auf Ihrem System zu unterstützen, machen Sie die folgenden Änderungen im BIOS-Setup.

1. Wählen Sie die gewünschte Anzahl der Kerne

a. Drücken Sie F2, um in das System-Setup-Menü zu gelangen.

b. Bei den Prozessor Einstellungen setzen Sie die Anzahl der Kerne pro Prozessor auf den gewünschten Wert

Hinweis: Die maximale Turbofrequenz steigt mit weniger aktivierten Kernen.

2. Nehmen Sie die erforderlichen Änderungen im BIOS-System-Profil vor.

a. Stellen Sie das Systemprofil im BIOS-Setup auf Performance-Modus.

b. Änderungen im System-Profil "Custom":

Setzen Sie das System Profil auf "Custom".

Setzen Sie das CPU Power Management auf "Maximum Performance".

Setzen Sie den Turbo Boost Modus auf "Enabled".

Starten Sie DPAT mit einem "controlledturbo"-Befehl über einen der folgenden Wege:

  • RACADM

  • WSMAN

  • DTK

    4. Aktivieren von DPAT via RACADM

    Der iDRAC7 kann verwendet werden, um mit RACADM- Befehlen die Konfiguration von DPAT remote über Telnet, SSH oder lokal vorzunehmen, wenn die DRAC-Hilfsprogramme auf dem Server installiert sind. BIOS-Einstellungen werden nicht wirksam, bis der Server neu gestartet wurde. Der Lifecycle Controller braucht CSIOR, um die Konfigurationsdateien zu aktualisieren. Verbinden Sie sich mit dem iDRAC7, und führen Sie die folgenden Befehle aus:

    Aktivieren von DPAT via RACADM

    1. Aktivieren von "ControlledTurbo"

    $ racadm set bios.procsettings.controlledturbo Enabled

    2. Um den Neustart-Auftrag in die Job-Queue zu geben

    $ racadm jobqueue create BIOS.Setup.1-1 -r pwrcycle -s TIME_NOW -e TIME_NA

    3. Starten Sie den Server neu damit CSIOR läuft und die Einstellung wirksam wird.

    HINWEIS: Stellen Sie sicher, dass die LC und CSIOR vor dem Ausführen der Konfiguration aktiviert sind.

    HINWEIS: Die BIOS-Einstellungen werden erst wirksam, nachdem der Server neu gestartet wurde und CSIOR ausgeführt wurde. Attributwert-Namen sind case sensitive (Groß-/Kleinschreibung beachten).

    Deaktivieren von DPAT via RACADM

    1. Deaktivieren von "ControlledTurbo"

    $ racadm set bios.procsettings.controlledturbo Disabled

    2. Um den Neustart-Auftrag in die Job-Queue zu geben

    $ racadm jobqueue create BIOS.Setup.1-1 -r pwrcycle -s TIME_NOW -e TIME_NA

    3. Starten Sie den Server neu damit CSIOR läuft und die Einstellung wirksam wird.

    HINWEIS: Das Verwenden von Remote-RACADM-Befehlen durch das Netzwerk wird eine Authentifizierung erfordern: racadm -r <racIpAddr> -u <username> -p <password> ...

    5. Aktivieren von DPAT via WSMAN

    Der Lifecycle Controller 2 (LC) kann verwendet werden, um die Firmware zu aktualisieren und Hardware-Profile zu konfigurieren per WSMAN-Befehl. WSMAN ermöglicht die Verwaltung von Servern aus der Ferne, ohne irgendwelche OS Agenten zu installieren. Die Microsoft-Implementierung von WSMAN Windows Remote Management (WinRM) wird von der Kommandozeile oder per Powershell gestartet. Für mehr Informationen, wie man die LC-Services-API verwendet, benutzen Sie das Handbuch LC 2 Web Services Guide for Windows(nur Englisch).

    Die WSMAN Befehle können auch in Linux durch kleine Änderungen in den Befehlen verwendet werden: WSMAN - Windows/Linux Command Conversion . Für weitere Informationen konsultieren Sie das Handbuch: LC 2 Web Services Interface Guide for Linux.

    TIPP: Sehen Sie sich die Lifecycle-Protokolle über das Web-Interface des iDRAC7, um zu bestimmen, ob die Befehle richtig liefen. Wenn Sie die Protokolle exportieren werden mehr Events mit detaillierteren Informationen aufgeführt. In der exportierten Liste scrollen Sie nach unten, da diese Protokolle lang sein können.

    Aktivieren und Deaktivieren von DPAT via WSMAN

    Um DPAT via WSMAN zu konfigurieren, benutzen Sie folgende Befehle:

    winrm i SetAttribute http://schemas.dmtf.org/wbem/wscim/1/cimschema/

    %2/root/dcim/DCIM_BIOSService?SystemCreationClass

    Name=DCIM_ComputerSystem+CreationClassName=

    DCIM_BIOSService+SystemName=DCIM:ComputerSystem+Name=

    DCIM:BIOSService -u:%1 -p:%2 -r:https://%3/wsman -

    SkipCNcheck -SkipCAcheck -SkipRevocationCheck -

    encoding:utf-8 -a:basic -file:set_controlled_turbo.xml

    Hinweis: Ersetzen Sie %1 mit der iDRAC-UserID, %2 mit dem iDRAC Password und %3 mit der iDRAC IP.

    Aktivieren des Turbo via WSMAN

    Um den Turbo via WSMAN zu aktivieren, benutzen Sie folgenden Inhalt:

    set_controlled_turbo.xml:

    <p:SetAttribute_INPUT xmlns:p=

    "http://schemas.dmtf.org/wbem/wscim/1/cimschema/

    2/root/dcim/DCIM_BIOSService">

    <p:Target>BIOS.Setup.1-1</p:Target>

    <p:AttributeName>ControlledTurbo</p:AttributeName>

    <p:AttributeValue>Enabled</p:AttributeValue>

    </p:SetAttribute_INPUT>

    Deaktivieren des Turbo via WSMAN

    Um den Turbo via WSMAN zu deaktivieren, benutzen Sie folgenden Inhalt:

    set_controlled_turbo.xml:

    <p:SetAttribute_INPUT xmlns:p=

    "http://schemas.dmtf.org/wbem/wscim/1/cimschema/

    2/root/dcim/DCIM_BIOSService">

    <p:Target>BIOS.Setup.1-1</p:Target>

    <p:AttributeName>ControlledTurbo</p:AttributeName>

    <p:AttributeValue>Disabled</p:AttributeValue>

    </p:SetAttribute_INPUT>

    6. Aktivieren von DPAT via DTK

    Das Dell Deployment Toolkit ist ein Skript für Betriebssystem-Installationen. Das Skript wird in einer Pre-Boot-Umgebung verwendet und in der Regel in einer bestehenden Umgebung verwendet, um die Konfigurationsdateien zu erstellen oder zu implementieren. Die BIOS-Einstellungen werden in der syscfg-Datei gespeichert, aber die Benutzer können diese auf ihre Bedürfnisse anpassen. Das Dell DTK kann von Dell Treiber und Downloads Webseite, unter Systems Management, heruntergeladen werden. Weitere Informationen finden Sie in den DTK Handbüchern: Dell Deployment ToolKit 4.3.

    Benutzen Sie den folgenden Befehl um DPAT via DTK zu aktivieren:

    Syscfg -controlledturbo=enable

    Benutzen Sie den folgenden Befehl um DPAT via DTK zu deaktivieren:

    Syscfg -controlledturbo=disable

    7. Zusätzliche Informationen

    Dell hat ein Whitepaper zur Verbesserung der Leistung und Veringerung der Latenz erstellt, welches viele Aspekte der Serverleistung abdeckt: Configuring Low-Latency Environments on 12th-generation Servers.(nur Englisch)

    Weitere Informationen zur Verwendung der für iDRAC7 RACADM-Befehle im Handbuch: RACADM Command Line Reference Guide.

    Viele informative Videos sind im Dell TechCenter zu finden: scripting-the-dell-lifecycle-controller


  • Der Inhalt der Quick Tipps wird von Dell Support-Experten veröffentlicht, die im Servicebereich für die Beantwortung aller Technischen Fragen zuständig sind. Damit eine rasche Veröffentlichung gewährleistet werden kann, umfassen die Quick Tipps eventuell nur Vorschläge oder erste Schritte von Anleitungen, die sich noch in der Entwicklungsphase befinden, oder bei denen noch überprüft werden muss, ob mit ihnen ein Problem erfolgreich behoben werden kann. Daher sind die Quick Tipps nicht von Dell geprüft, validiert oder genehmigt und sollten unter Vorbehalt verwendet werden. Dell kann für keinen Verlust (darunter u. a. Datenverlust, Gewinnausfälle oder Umsatzeinbußen) haftbar gemacht werden, welcher bei der Anwendung der Verfahren oder Ratschlägen der Quick Tipps eintreffen könnte.

    Artikel-ID: SLN156702

    Datum der letzten Änderung: 03.02.2015 10:37


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