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Wie entferne ich Puncturing Bad Blocks bei Virtual Disks




Dieser Artikel enthält Schritte zur Problembehandlung für (Puncturing) Bad Blocks auf Festplatten in PowerEdge Servern mit PERC-Controllern. Vor allem, wenn kein Backup möglich ist, können die folgenden Informationen helfen, eine betroffene Virtual Disk wieder in einen optimalen Zustand zu bringen.


Inhalt:

  1. Fehlerbeschreibungen
  2. Was ist die Ursache
  3. Schritte um das Problem zu lösen

Fehlerbeschreibungen:

1. Fehlerbild:
Das Dell Server E-Support Tool (DSET) oder der OpenManage Server Administrator (OMSA) zeigen ein rotes Kreuz vor einer Virtual Disk (Abbildung 1, nur Englisch).


Abbildung 1: Virtual Disk mit rotem Kreuz im Status (Beispiel PERC H800)

Hinweis: Dell System E-Support Tool (DSET) ist ein Tool, welches Konfigurations- und Protokolldaten für verschiedene Hardware, Speicher, Software und Betriebssystemkomponenten von Dell PowerEdge-Servern sammelten und die Daten konsolidiert in einer .zip-Datei ausgibt.
Hinweis: Der Dell Openmanage Server Administrator (OMSA) bietet eine komplette One-to-One-System-Management-Lösung. OMSA kann in zwei Anwendungsebenen eingeteilt werden:
- Das intergrierte Web-Browser-basierende grafische User Interface (GUI)
- Das Command Line Interface (CLI) über das installierte Betriebssystem

2. Fehlerbild:
Das Windows System Log zeigt Bad-Block-Fehler (Abbildung 2, nur Englisch).


Abbildung 2: Bad-Block-Fehler im Windows System Log im DSET angezeigt

3. Fehlerbild
Die Alert-Log-Datei im DSET Verzeichnis (\log\OM Server Administrator\ Alert Log.txt) (Abbildung 3) oder das Alert-Log im OMSA zeigen eine spezifische Fehlermeldung.


Abbildung 3: Alert-Log-Datei im DSET Verzeichnis

Die Virtual Disks zeigen folgenden Fehler (Beispiel H800):

Severity: Critical
ID : 2387
Date and Time : Tue Feb 07 22:58:11 20xx
Category : Storage Service
Description : Virtual disk bad block medium error is detected.: Virtual Disk 0 (Virtual Disk 0) Controller 0 (PERC H800 Adapter)

4. Fehlerbild:
Das RAID-Controller-Log (TTYLOG) zeigt Fehler:

02/26/15 13:43:39: EVT#131878-02/26/15 13:43:39: 97=Puncturing bad block on PD XX(e0x20/s2) at 180ca4a1f

Achtung: Das Controller-Log (TTYLOG) muss nicht zwingend Fehler zeigen.

Sie finden weitere Informationen über den Erhalt dieser spezifischen Protokolle in unserem Artikel über die Erstellung von Logs.


Was ist die Ursache:

RAID-Arrays sind nicht immun gegen Datenfehler. RAID-Controller und Festplatten-Firmwares enthalten die Funktionalität vielen Arten von Datenfehlern zu erkennen und zu korrigieren, bevor sie auf Arrays/Platten geschrieben werden. Eine veraltete Firmware kann dazu führen, dass falsche Daten auf Arrays/Platten geschrieben werden, weil die Fehlerbehandlung / Fehlerkorrektur-Funktionen der neuesten Firmware-Versionen fehlen.
Datenfehler können auch durch physisch fehlerhafte Blöcke (Bad Blocks) verursacht werden. Beispielsweise kann dies auftreten, wenn in Festplatten der Schreib- / Lesekopf auf die Speicherplatten einwirkt (als "Headcrash" bekannt). Blöcke können auch im Laufe der Zeit fehlerhaft werden, da sich die Fähigkeit Bits in einer bestimmten Position magnetisch zu speichern verschlechtert. Diese können aber oft erfolgreich gelesen werden, und nur zeitweise oder mit einer erweiterterten Diagnose auf den Laufwerken festgestellt werden.
Eine fehlerhafter Block, auch als Bad Logical Block Address (LBA) bekannt, kann auch durch logische Datenfehler verursacht werden. Dies geschieht, wenn Daten als erfolgreich geschrieben vermert werden, obwohl sie nicht korrekt auf ein Laufwerk geschrieben wurden. Zusätzlich können auf einem Laufwerk gespeichert intakte Daten versehentlich geändert werden. Ein Beispiel ist ein "Bit Flip", der auftreten kann, wenn der Lese-/Schreib-Kopf die richtige Stelle übergeht oder an eine Stelle in der Nähe schreibt, was bewirkt dasDaten in Form von Nullen und Einsen ihren wert ändern. Ein solcher Zustand bewirkt, dass die Konsitenz der Daten beschädigt wird. Der Wert der Daten eines bestimmten Blocks ist anders als die ursprünglichen Daten und die Prüfsumme der Daten stimmt nicht mehr überein. Die physikalische LBA ist gut und kann erfolgreich geschrieben werden, enthält aber falschen Daten und wird als ein fehlerhafter Block interpretiert.

Für weitere Informationen lesen Sie unseren Artikel über Double Faults und Punctures in RAID Arrays (Nur in Englisch).


Schritte um das Problem zu lösen:

  1. Erstellen Sie ein validiertes Backup Ihrer Daten, falls möglich.
  2. Stellen Sie sicher, dass alle fehlerhaften Festplatten oder Laufwerke mit Predictive Failures ersetzt sind.
  3. Aktualisieren Sie alle Festplatten Firmwares auf den neusten Stand.
  4. OMSA bietet die Möglichkeit, die Bad-Block-Warnungen zu löschen. Um fehlerhafte Blöcke zu löschen, wird folgende Vorgehensweise empfohlen:

a. Bei einer Sicherung der virtuellen Festplatte mit der ausgewählten Verify Option, können zwei Szenarien auftreten:

  • Der Sicherungsvorgang schlägt bei einer oder mehrere Dateien fehl. In diesem Fall stellen Sie die Datei aus einer vorherigen Sicherung (Backup) her. Nach der Wiederherstellung der Datei, gehen Sie zum nächsten Schritt.
  • Der Backup-Vorgang schliesst ohne Fehler ab. Dies zeigt an, dass es keine fehlerhaften Blöcke im beschriebenen Teil Ihrer Virtual Disk gibt.
Hinweis: Wenn Sie weiterhin Warnungen über fehlerhafte Blöcke erhalten, sind diese in einem Bereich ohne Daten.

b. Starten Sie den Patrol Read (unter Virtual Disk Tasks im OMSA) und überprüfen Sie das Systemereignisprotokoll, um sicherzustellen, dass keine neuen fehlerhafte Blöcke gefunden wurden. Wenn immer noch fehlerhafte Blöcke vorhanden sind, fahren Sie mit dem nächsten Schritt fort. Falls nicht, ist das Ziel erreicht, und die Bad Blocks sind gelöscht.

Hinweis: Das automatisierte Patrol Read muss deaktiviert werden, bevor die Option diese Aktion manuell auszuführen im OMSA erscheint.

c. Um diese fehlerhaften Blöcke zu löschen, führen Sie die Clear Virtual Disk Bad Blocks Funktion aus. Dies kann in der OMSA GUI durchgeführt werden oder mit dem Command Line (CLI) Befehl:
omconfig storage vdisk action=clearvdbadblocks controller=id vdisk=id

Hinweis: Um die Werte für Controller-ID und Virtual Disk ID zu erhalten, geben Sie omreport storage controller zur Anzeige der Controller-IDs ein, und dann omreport storage vdisk controller=ID zur Anzeige der IDs für die virtuellen Laufwerke.

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Artikel-ID: SLN111146

Datum der letzten Änderung: 04.05.2016 13:17


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