Vom Urknall zur Lichtgeschwindigkeit: Die KI-Revolution geht weiter

2023 wurden wir Zeuge eines technologischen Urknalls – es war das Jahr, in dem KI eine neue Ära der Innovation und Transformation eingeläutet hat. 2025 wurde GenAI dann zum Mainstream, und agentenbasierte KI betrat die Bühne. Gleichzeitig konnten wir – und das war das Wichtigste – beobachten, dass große Unternehmen wie Dell Technologies damit erste echte Renditen erwirtschaftet haben.

2026 wird die KI-Story weiter an Fahrt aufnehmen. Wir werden erleben, wie KI das Gefüge von Unternehmen und ganzen Branchen neu gestaltet. Sie wird neue Arbeitsweisen, Entwicklungsprozesse und Innovationen ermöglichen – in einem Ausmaß und mit einer Geschwindigkeit, die noch vor einem Jahr unvorstellbar waren.

Es ist wichtig, diese Veränderungen zu verstehen, denn wer heute in resiliente und anpassbare Grundlagen investiert und auf kollaborative Ökosysteme setzt, schafft die Basis dafür, die anstehenden Veränderungen zu meistern und zu gestalten

  1. Governance-Frameworks für ein agiles Ökosystem

Mit der rasanten Entwicklung von KI geht ein gewisses Maß an Volatilität einher. Zwar werden letztendlich Governance-Frameworks das KI-Ökosystem stabilisieren, aber die derzeitige Situation erfordert ein sofortiges Handeln.

Das Thema Governance ist dabei die derzeit größte Herausforderung – ein zentrales Problem, bei dem es keine echten Fortschritte gibt. Die Branche hat zwar alles daran gesetzt, wertvolle Tools wie Chatbots und Agenten schnell in den produktiven Einsatz zu bringen, allerdings ohne ausreichende Governance.

Das ist nicht nur riskant, sondern auch nicht nachhaltig. 2026 wird der Bedarf an robusten Frameworks und privaten Umgebungen unübersehbar werden, um für Stabilität und Kontrolle zu sorgen. Die lokale Ausführung von KI-Modellen – sei es on-Premises oder in kontrollierten KI-Fabriken – wird zur Norm, um eine stabile Grundlage zu schaffen und Organisationen vor Störungen von außen zu schützen.

Dies ist mehr als eine Prognose. Es ist ein dringender Appell. Wir müssen uns mehr auf echte Governance konzentrieren. Ohne sie werden wir mit Unsicherheiten konfrontiert sein, die die Einführung praktischer und nutzbringender Unternehmens-KI verlangsamen.

Unsere konkrete Forderung an den öffentlichen und privaten Sektor ist es daher, in Zusammenarbeit mit dem tatsächlichen Enterprise-Ökosystem, also mit realen Unternehmen und Anbietern von Enterprise-Technologien, eine Governance für den Enterprise-Markt zu entwickeln.

Die Regulierung öffentlicher Chatbots oder einer öffentlichen Artificial General Intelligence ist etwas völlig anderes als Unternehmen dabei zu unterstützen, reale KI-Anwendungen für ihre Betriebe und Prozesse zu gestalten.

Bei Governance geht es nicht darum, Innovationen zu bremsen, sondern darum, Leitplanken zu schaffen, die es uns allen ermöglichen, sicher und nachhaltig voranzukommen

  1. Datenmanagement: Das wahre Rückgrat der KI-Innovation

Der nächste große Sprung der KI wird nicht nur durch noch leistungsfähigere Algorithmen erreicht. Er wird davon abhängen, wie wir unsere Daten verwalten, anreichern und nutzen. Da KI-Systeme immer komplexer werden, sind die Qualität und Zugänglichkeit der von ihnen verarbeiteten Daten von entscheidender Bedeutung.

Im kommenden Jahr werden Datenmanagement und Datenspeicherung das unbestrittene Rückgrat aller KI-Innovationen sein.

KI-Infrastrukturen unterscheiden sich von klassischen IT-Systemen. Sie konzentrieren sich auf beschleunigte Rechenleistung, fortschrittliches und auf KI abgestimmtes Networking, neue Benutzeroberflächen und – was besonders wichtig ist – eine neue „Wissensschicht“ aus Daten, die die Ergebnisse der KI speist.

Speziell entwickelte KI-Datenplattformen werden unverzichtbar. Sie sind darauf ausgelegt, unterschiedliche Datenquellen zu integrieren, neue Datenartefakte zu schützen und den erforderlichen Hochleistungsspeicher bereitzustellen. Partner-Ökosysteme können helfen, das Potenzial dieser zweckgebundenen Plattformen zu erschließen, indem Partner ihre Expertise einsetzen, um Datenmanagementlösungen für Unternehmens-KI zu integrieren und zu optimieren.

Die Fähigkeit, KI-Modelle effizient mit sauberen, organisierten und relevanten Daten zu füttern, ist von entscheidender Bedeutung. Mit dem Eintritt in das Zeitalter der Agenten werden diese Daten jedoch nicht mehr nur zum Trainieren großer Modelle verwendet. Stattdessen werden sie zu einem dynamischen Aktivposten während der Inferenz und ermöglichen so die Generierung von Wissen und Intelligenz, die sich in Echtzeit weiterentwickeln. Diese zugrunde liegende Datenschicht ist der Startpunkt für alles, was danach kommt.

  1. Agentenbasierte KI: Der neue Manager für operative Kontinuität

Und was nun kommt, ist agentenbasierte KI. Sie entwickelt die KI weiter und macht aus hilfreichen Assistenten integrale Manager für langwierige und komplexe Prozesse.

In Bereichen wie der Fertigung und Logistik werden KI-Agenten die Arbeiter nicht nur unterstützen; sie werden helfen, sie zu koordinieren. Mithilfe umfangreicher, dynamischer Datenströme sorgen diese Agenten für Kontinuität bei den Arbeitsschichten, optimieren Arbeitsabläufe in Echtzeit und schaffen ein neues Maß an betrieblicher Effizienz.

Man stelle sich einen KI-Agenten vor, der die Fähigkeiten von Prozessmanagern in einer Fabrikhalle erweitert, Produktionspläne aufgrund von Störungen in der Lieferkette anpasst oder neue Mitarbeiter durch eine komplexe Aufgabe führt. Wenn wir KI-Agenten als Vermittler zwischen den Zielen eines Teams und seinen Mitarbeitern positionieren, können wir die Teamkoordination in allen Bereichen auf ein bisher unerreichtes Niveau heben.

Diese intelligenten Agenten werden zum Nervensystem moderner Betriebsabläufe und sorgen für Widerstandsfähigkeit und Fortschritt. Wie alle anderen KI-Funktionen werden sie durch Unternehmensdaten angetrieben. Diese stellen einzigartige Wissens- und Informations-Ressourcen dar und müssen entsprechend gespeichert und geschützt werden.

  1. KI-Fabriken definieren Widerstandsfähigkeit und Disaster Recovery neu

Da KI zunehmend in zentrale Geschäftsfunktionen integriert wird, ist Kontinuität unverzichtbar.

Die KI-Infrastruktur wird sich weiterentwickeln, um Resilienz in den Vordergrund zu stellen und zu definieren, was Disaster Recovery in einer KI-gesteuerten Welt bedeutet. Der Fokus verlagert sich dabei von der reinen Sicherung von Systemen hin zur Sicherstellung der Betriebsfähigkeit von KI-Funktionen, selbst wenn die Primärsysteme ausfallen. Dies beinhaltet den Schutz vektorisierter Daten und anderer einzigartiger KI-Artefakte, sodass die Intelligenz des Systems bei jeder Störung bestehen bleibt.

Dies zu erreichen, erfordert Innovationen entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette – von Datenschutz- und Cybersicherheitsunternehmen bis hin zu Anbietern von zentralen KI-Technologien. Kollaborative Ökosysteme umfassen Regierungen, Partner und KI-Innovatoren im großen Maßstab. Sie müssen zusammenarbeiten, um widerstandsfähige KI-Fabriken zu bauen, die die Werkzeuge und das Fachwissen zusammenbringen, die erforderlich sind, um Kontinuität zu gewährleisten und kritische Fähigkeiten in hybriden Cloud-Umgebungen zu sichern.

  1. Souveräne KI beschleunigt nationale Unternehmensinfrastrukturen

KI ist für nationale Interessen von entscheidender Bedeutung, und wir erleben den rasanten Aufstieg souveräner KI-Ökosysteme. Nationen sind nicht mehr nur Konsumenten von KI-Technologie, sondern bauen aktiv ihre eigenen Frameworks auf, um lokale Innovationen voranzutreiben und digitale Autonomie zu wahren.

Dieser Wandel verändert die Planung der KI-Infrastruktur: KI-Rechenleistung, Datenspeicherung und Datenmanagement spielen eine zentrale Rolle dabei, sensible Informationen zu schützen und lokal zu halten.

Unternehmen werden sich zunehmend an diese souveränen Rahmenbedingungen anpassen und ihre Aktivitäten innerhalb regionaler Grenzen skalieren. Indem Regierungen Daten innerhalb nationaler Grenzen halten, können sie öffentliche Dienstleistungen wie das Gesundheitswesen gestalten, und Unternehmen können auf inländische Infrastruktur zurückgreifen, während sie ihre Geschäftsziele mit der nationalen Industriepolitik in Einklang bringen.

Dies treibt lokale Innovation mit direkter Auswirkung auf Bürger und Volkswirtschaften voran und stellt eine grundlegende Veränderung dar, die KI von einem globalen Konzept zu einer starken lokalen Realität macht.

Bestimmen Sie Ihren Kurs für 2026

Wenn wir auf das Jahr 2026 blicken, verlangsamt sich die KI-Revolution nicht – sie beschleunigt sich. Was als Urknall begann, hat mittlerweile Lichtgeschwindigkeit erreicht, und die führenden Organisationen bewegen sich genauso schnell.

Erfolgreich wird man nicht dadurch, dass man jedem Durchbruch nachjagt. Er entsteht durch den Aufbau einer Infrastruktur, die mit der Entwicklung Schritt halten kann: widerstandsfähige KI-Fabriken, souveräne Frameworks, agentenbasierte Systeme, die komplexe Operationen verwalten, und kollaborative Ökosysteme, die Innovation in echten geschäftlichen Nutzen umwandeln. Die Werkzeuge und Erkenntnisse sind vorhanden. Was echte Leader von Mitläufern unterscheidet, ist die Bereitschaft, jetzt zu handeln.

Führung und Handeln werden definieren, wer die Früchte des Erfolgs erntet. Die Zukunft rast mit Lichtgeschwindigkeit auf uns zu. Die Frage ist: Sind Sie bereit?

About the Author: John Roese

John Roese is Global Chief Technology Officer and Chief AI Officer at Dell Technologies. He is responsible for establishing the company’s future-looking technology strategy, accelerating AI adoption for Dell and its customers and establishing Dell as the undisputed thought leader in the emerging area of Enterprise AI. He fosters a culture of innovation keeping Dell at the forefront of the industry while anticipating customers’ technology needs before they arise. From multicloud to AI, 5G, edge, data management and security, John and his team are responsible for navigating the latest technology inflection points, accelerating AI-driven outcomes and scaling generative AI initiatives that lead to human progress. John has a passion for going places nobody else has been and his career has mirrored this passion with moves across almost every technology domain, from enterprise to telecom to semiconductors to security. Prior to joining Dell in 2012, John was the CTO, CIO, CMO, GM and leader of several technology companies including Nortel, Broadcom, Futurewei, Enterasys and Cabletron systems. John is an established public speaker, published author and holds more than 20 pending and granted patents in areas such as policy-based networking, location-based services and security. He was recently named #1 on AI Magazine’s list of Top 10 Chief AI Officers. In addition to his leadership at Dell, John plays a significant role in the broader ecosystem, including company, industry, government and academic boards. He currently serves on the Xerox, Purdue Research Foundation and Open Source Software Foundation boards. In the past, he has served as a board member for ATIS, OLPC, Blade Networks, Pingtel, Bering Media, Nexoya, Cloud Foundry, Federal Communications Commission CSRIC 8 and the NYU Wireless Industry Advisory Board.